Chile – Altiplano
Sie nennen es das Land der Winde. Und bis der Motor auf Touren kommt, ist dies das einzige Geräusch, das auf diesem chilenischen Hochplateau zu hören ist. Vorbei an endlosen Bereichen der Salzwüste und des Vulkangesteins folgt die Route den toten, geraden Straßen durch spektakuläres Nichts. Das Fahrgefühl ist wie auf einer Flugzeugpiste, wo der Fahrzeuggriff dafür sorgt, dass nur der Fahrer abhebt. Die Route beginnt 3.000 Meter über dem Meeresspiegel im Rio Grande de Atacama, wo nur noch die schmalen Schluchten übrig sind, von denen früher ein Fluss floss. Sobald sich die Fahrertür schließt, ist es, als würde man in dieser rauen Landschaft vom Boden verschluckt. Nach einem Bogen auf der ersten und letzten echten Kurve der Strecke nähert sich die erste Etappe dem Atacama-Becken im Süden. Auf diesem Hochplateau ist San Pedro einer Oase am nächsten gekommen. Auch wenn das Grün der Büsche und Kakteen mit großem Aufwand vom Land gewonnen wurde, gibt es mehr als nur ein Luxushotel, das sich hinter den weiß getünchten Wänden verbirgt: Dies ist die letzte Gelegenheit auf der Strecke, den Tank zu füllen und die Wasserversorgung aufzufüllen. Von hier aus ist die Straße nur eine gerade Linie durch den ausgetrockneten Salzsee der Atacama-Wüste. Sechstausend Meter hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln am Horizont, während die flache Landschaft immer mehr ausklingt. Die erste Kurve nach 20 Meilen. Dann die nächste gerade Linie, gleich lang, mitten durch eine leere Staubwüste. Langsam, aber sicher sinkt der Rücken des Fahrers von nun an tiefer in den Fahrersitz zurück. Das ist mehr als die Beschleunigung: Kaum sichtbar für das Auge, steigt die Route nun das Becken hinauf, bis eine Straße durch Haarnadelkurven auf 4.000 Meter Höhe kurz vor Socaire führt. Der Porsche kommt mit der zusätzlichen Belastung durch die Bergluft gut zurecht - der Druck liegt allein beim Fahrer. Wenn Sie feststellen, dass Sie am Endziel der Route atemlos sind, könnte das auch etwas mit der Laguna Miscanti zu tun haben. Dieser azurblaue See in einem schneeweißen Ring aus reinem Salz ist fast zu viel reine Farbe für Augen, die sich an den Kontrast von Asphalt und grauem Gestein gewöhnt haben. Ein paar Meilen weiter südlich verschwindet auch dieser Kontrast: Die Straße endet einfach, verschluckt von der Wüste.
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